Ein Text von: Aylin Dalkiran, Jennifer Riedel, Ilker Sengül, Can Tim Akinci…

Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI waren zwischen 2000 bis 2010 die Hauptempfänger deutscher Waffenexporte Griechenland, die Türkei, Südafrika, Südkorea, Australien und Spanien. Kassenschlager waren U-Boote, Kriegsschiffe sowie Kampf- und Schützenpanzer.

Um den Sachverhalt etwas genauer zu beziffern, in der ersten Dekade des Jahrhunderts exportierte Deutschland, welches sich zu den Top 3 (s. Abb.1) der weltweiten Waffenverkäufern zählen darf, 1620 Leopard Kampffahrzeuge. Besonders geschätzt werden deutsche U-Boote, fast jedes zehnte wird in der BRD hergestellt. In Westeuropa geht der erste Platz bei der Herstellung von Schiffsmotoren und Elektro-Groß-Geräten unangefochten nach Deutschland. Zusammenfassend kann man sagen, dass die BRD ihren Marktanteil innerhalb von fünf Jahren auf 10,6% fast verdoppeln können.

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(Abbildung: Marktanteile der größten Rüstungsexporteure (C)Statista )

Wie das Meinungsforschungsinstitut EMNID 2011 errechnete, widersprachen 87% der Deutschen Bevölkerung einem Verkauf von nationalen Rüstungsgütern ins Ausland. Auch die Charta der Vereinigten Nationen erlaubt Rüstungshandel ausschließlich im Falle der Selbstverteidigung. Perversiert wird Artikel 51 im politischen Diskurs genutzt um Waffenexporte nicht als Kriegstreiber, sondern als befriedende Maßnahmen zu legitimieren. Kritische Stimmen die nach mehr Transparenz rufen, werden von Regierungsseite nicht beachtet. Die deutsche Reihe der nationalen Waffenproduzenten wird angeführt von dem multinationalen Unternehmen EADS mit einem jährlichen Rüstungsumsatz von 13,4 Milliarden Euro unmittelbar gefolgt von dem Düsseldorfer Traditionsunternehmen Rheinmettall. Auf dem dritten Platz befindet sich das Münchner Unternehmen mit Zweitsitz in Kassel Krauss Maffei/Wegmann. Dicht gefolgt von Diehl aus Nürnberg und im DAX notierten Schwermetallproduzenten ThyssenKrupp. Den Platz sechs mit einem jährlichen Umsatz von 500 Millionen Euro belegt MTU Aero Engine vor der Waffenmanufaktur Heckler & Koch.

 Oft als Jobmotor betitelt, beträgt der Anteil deutscher Rüstungsindustrie gerade einmal 0,64% gemessen am Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik.

Texte zur Vorlesung:

 „Händler des Todes“ – Henkel 2012

 „Militarismus, Kriegsrüstung und die Folgen: Das Beispiel Kassel“ Strutynski 2012

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