Ein Text von: Farah Ahmed, Dung Bui, Eden Michael Kidane…

  • 35 000 Kontingentflüchtlinge.
  • 70 000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
  • Größte Asylbewerbungsanträge aus Syrien.

 

Seit dem arabischen Frühling befindet sich der kleine westasiatische Staat Syrien in blutigen Auseinandersetzungen. Zahlreiche Opfer, mitunter unschuldige Kinder, Frauen und alte Menschen zahlten mit ihrem Leben als Tribut für den Krieg. Bereits 400 000 Todesopfer hat der Bürgerkrieg in Syrien gefordert. Immer wieder hört man aus den Medien, dass sich Assad-treue Truppen, die Rebellentruppen und der IS (Islamischer Staat) einen unerbittlichen Kampf führen, in der bis jetzt noch kein eindeutiger Sieger zu sehen ist. Mitunter den Kämpfern ausländische Truppen – Europäer, Amerikaner, Russen, Türken, Franzosen, Iran, Golfstaaten.

 

Zu runden Tischen treffen sich die einflussreichsten Mächte und debattieren, wie am besten Syrien geholfen sei. Amerika drängt zur Offensive und Luftangriffen gegen Syrien, wohingegen Russland sich anfangs noch zurückhaltend gibt und von solchen Eingriffen abratet.

Man könnte nun meinen, dass Syrien in guten Händen läge und dieser selbstzerstörerische Krieg bald ein nahes Ende fände. Doch beruht dieser Aufwand bzw. diese Eingriffe der Mächte auf Selbstlosigkeit? Oder spielt da etwas eine andere Rolle? Eigene Interessen versteckt unter „Samarita“ ähnlichem Verhalten vielleicht?

 

Russland

 

Das Interesse Russlands liegt vordergründig an dem Erhalt des Assad-Regimes. Wladimir Putin äußerte sich mehrmals, dass Staaten wie Syrien selber aus der eigenen Kriese ohne jedgliche ausländische Einflüsse hinausfinden müsse und nicht noch ein Staat dem gleichen Schicksal wie Lybien ereilen solle durch solche „Eingriffe“.

Daher könnte man herausschließen, dass im Friedensprozess, durch den Erhalt des Assad-Regimes und dessen Einfluss, eine Sicherung des russischen Marine-Stützpunkt Tartus vom großen Interesse liegt. Im Hafenbereich der Küstenstadt liegt der einzige Militärstützpunkt aus Sowjetzeiten außerhalb des Staatsgebiets der früheren UDSSR.

 

Europa

 

Was Europa möchte, ist denke ich für viele einleuchtend. Vor Kurzem wurden zahlreiche Attentate auf Frankreich sowie auch in Belgien verübt. Noch etliche wurden von der IS angekündigt und Drohungen ausgesprochen, dass bald keine andere Religion außer dem Islam gäbe möge. Mithilfe von Jihadisten solle dies im Inneren der Staaten vorangetrieben werden. Sollen unwissende Jugendliche dazu verleitetwerden, dem IS beizutreten. Dies ist eine große Gefahr, welche durch das „Beseitigen“ der IS verhindert werden solle.

Darüber hinaus hat Europa anhand von finanziellen Gründen ein weiteres Interesse an einem baldigem Ende des Krieges in Syrien. Wie bereits erwähnt leidet Europa an einem hohem Flüchtlingsstrom, welcher kaum bewältigt werden kann. Milliarden fließen in die Versorgung von Flüchtlingen, die vor allem nach Deutschland zu Hunderttausenden gekommen sind. Nach dem BAMF sei der Flüchtlingsansturm etwas zurückgegangen, aber trotzdem bleibt die Zahl der Ankommenden sehr hoch und die Zukunft derjenigen, die in Deutschland bzw. in anderen europäischen Ländern auf ihren Asylantrag warten oder hoffen in den Händen der verzweifelten Politikern Europas.

 

USA

 

Die Politik beziehungsweise Strategie, welche die USA in Syrien anstreben wollen, ist zwiespältig und lässt sich von verschieden Interessen identifizieren. Durch die Besetzung im Jahr 2003 in den Irakkrieg haben sie bereits großen Anteil im Verlauf des Syrien-Konflikts getätigt. Ursprünglich wollten die USA mit all ihnen zur Verfügung gestellten Möglichkeiten den derzeitig amtierenden Diktator Bachar-al-Assad stürzen. Jedoch sind sie sich bei dieser Situation nicht eindeutig sicher. Zunächst wollen sie primär die Risiken, die durch den IS erzeugt werden, eindämmen und dann versuchen, sie zu vernichten. Seit Russland mit ihren Luftstreitkräften Angriffe auf Syrien verübt haben, entstand dadurch ein weiterer Wettkampf zwischen den einstigen Rivalen. In Zukunft wird es aber nicht ein größeres Arrangement seitens der USA hinsichtlich des Konflikts geben. Es werden keine Bodentruppen eingesetzt, die laut Experten jedoch sehr wichtig in einem Kampf gegen den IS ist. Amerika möchte nicht, dass der „Feind“ Iran zu großen politischen Machteinfluss auf Syrien ausübt und so dadurch ihre eigene Stellung im Krieg nicht schwächen. Seit dem Jahr 1979 jedoch pflegt der Iran bereits eine kooperative Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime.

Quellen

Jaeger Kinan, Tophoven Rolf (2013): Der Syrien-Konflikt, Internationale Akteure, Interessen, Konfliktlinien. URL: http://www.bpb.de/apuz/155114/internationale-akteure-interessen-konfliktlinien?p=all

N-tv (2016): Große Pläne am Stützpunkt Tartus – Russland richtet sich in Syrien ein. URL: http://www.n-tv.de/politik/Russland-richtet-sich-in-Syrien-ein-article18827856.html

Reuters (2016): Wer hat welche Interessen im Syrien-Konflikt? URL:http://www.onvista.de/news/wer-hat-welche-interessen-im-syrien-konflikt-16985705

Kramper (2016): Eklat zwischen Russland und USA. URL: http://www.stern.de/politik/ausland/syrien-vor-krieg–russland-und-usa-bedrohen-sich-offen-7092234.html

N24 (2016): Die Perfide Strategie von Erdogan und Putin. URL: http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/9082090/die-perfide-strategie-von-erdogan-und-putin.html

Ibrahim (2006): Die USA in Syrien. URL: http://www.bpb.de/apuz/29819/das-irak-modell-und-die-politik-der-usa-gegenueber-syrien?p=3

Handelsblatt (2014): US-Bodentruppen gegen IS. URL: http://www.handelsblatt.com/politik/international/us-bodentruppen-gegen-is-61-prozent-der-us-amerikaner-lehnen-bodentruppen-ab/10702908-2.html

Handelsblatt (2016): „Europa hat in Syrien versagt“. URL: https://www.securityconference.de/news/article/europa-hat-in-syrien-versagt/

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