Ein Text von: Paul Werner, Marc Wenzel, Lena Schilling…

In unserer Blogreihe möchten wir einen Einblick in den Krieg in Syrien liefern. Dafür werden wir neben der Person Baschar al- Assads, das Sykes-Picot Abkommen, die Zerstörung in Syrien und nach Möglichkeit die Perspektive der Betroffenen und die verschiedenen am Krieg beteiligten Gruppen vorstellen.

In diesem Artikel, versuchen die Autoren einen möglichst nüchternen Blick auf die Person von Baschar al- Assad zu werfen. Ziel ist es, dem Leser einen kurzen Überblick über sein Leben, sein Wirken und seine Ziele zu verschaffen.

Baschar al-Assad wurde am 11.September 1965 in der syrischen Hauptstadt Damaskus geboren.
Sein Vater Hafziz al-Assad war Offizier der syrischen Armee und wurde nach einem Putsch im Jahr 1966 Verteidigungsminister. Fünf Jahre später wurde er Präsident des Staates Syrien. Dieses Amt hielt er fast 30 Jahre inne, bis zu seinem Tod im Jahr 2000.
Baschar hatte einen älteren Bruder, der eigentlich für das Präsidentenamt vorgesehen war. Dieser starb jedoch 1994 bei einem Autounfall.
Baschar al -Assad studierte Medizin, unter anderem in London. Seine Familie und auch er gehört der Glaubensgemeinschaft der Alawiten an, dies ist eine Untergruppe der Schiiten, die teilweise als Sekte bezeichnet wird. Besonders interessant ist, dass seine Frau der anderen Strömung des Islam, dem Sunnitentum angehört. Der Unterschied dieser beiden Konfessionen des Islams besteht in der unterschiedlichen Auffassung darüber, wer der legitime Nachfolger Mohammeds sei. Während die Sunniten als Nachfolger Mohammeds den Kalifen sehen, ist der Imam für die schiitische Konfession der rechtmäßige Nachfolger. Die beiden Untergruppen des Islams stehen in direkter Konkurrenz zueinander, was häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen führt.

Politik Baschar al-Assads

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2000 übernahm Assad die Führung des Landes. Im Gegensatz zu seinem Vater, hat er kaum militärische Expertise gesammelt und verlässt sich deshalb stark auf seinen Beraterstab.

Nach der Amtsübernahme setzte vorerst eine Periode der politischen Lockerung ein, Politiker und Intellektuelle durften sich relativ frei äußern. Allerdings wurden Assad die Forderungen nach Demokratie schnell zu laut, was dazu führte, dass viele dieser Stimmen in Gefängnisse kamen.

„Es wäre denkbar gewesen, dass Syrien unter Baschar al-Assad[…] einen Weg der kontrollierten politischen Öffnung gegangen wäre. Ein großer Teil der gutausgebildeten Mittelschicht war dazu bereit, mit dem neuen, damals noch jungen Präsidenten zusammen zu arbeiten“ (Perthes 2015: S. 79f.).

Die syrische Außen- und Nahostpolitik ist seit 2000 von einer Kontinuität gekennzeichnet, die auf zwei grundlegenden strategischen Parametern basiert:

Seit 2000 kennzeichnet sich die syrischen Außen- und Nahostpolitik durch zwei strategische Säulen. Die erste dieser Säulen besteht aus der Souveränität des syrischen Staates. Diese gilt gegenüber allen anderen Nationen mit hegemonialen Ansprüchen zu waren. Speziell gegenüber Israels und der Vereinigten Staaten von Amerika. In Anlehnung an die erste Säule, sieht sich Assad als Gegenpol zur israelischen und amerikanischen Politik im Nahen Osten. (vgl. Bank 2010)

Revolutionen im arabischen Raum

Nachdem die Proteste im arabischen Raum Ende 2010 in den Maghreb Staaten begannen, griffen sie 2011 auf die arabische Halbinsel und speziell Syrien über. Anders als häufig formuliert, ging es hierbei nicht um die Schaffung einer Demokratie im westlichen Sinne, sondern „gegen die die Korruption und die Machtarroganz lokaler Repräsentanten des Regimes nicht zuletzt, wenn diese aus dem engen Machtzirkel um Baschar al-Assad oder sogar aus seiner Familie stammten.“(Perthes 2015: S.80)

Wahrscheinlich hätte Assad den Bürgerkrieg verhindern können, wenn er nicht mit brutaler Gewalt gegen Aufständische Reagiert hätte, sondern ähnlich wie die Führungen in Jordanien oder Marokko reagiert hätte. Diese hatten den Demonstranten kleine Zugeständnisse eingeräumt und ihnen damit signalisiert, dass eine Revolution auch langsam und unblutig vonstattengehen könnte. (Perthes 2015: S.80).

Assad reagierte allerdings anders. Aus Angst davor, dass er seine Macht verlieren könnte, ließ er Aufstände brutal niederschlagen, Aufständische inhaftieren und teilweise foltern. Mit diesem Handeln schürte er die Unzufriedenheit der Bevölkerung und entgegen seines Plans, entfachte er die Proteste, anstatt sie zu ersticken.

 

Quellen:

Asad, Baschar al-. Syrien. online unter: http://www.weltalmanach.de/personen/details/asad_baschar_al/, letzter Zugriff: 15.11.2016

Bank, A. (2010): Partner oder „Paria“? Syriens Nahost-Konflikt unter Bashar al-Asad. online unter: http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2011/2944/pdf/gf_nahost_1006.pdf, letzter Zugriff: 15.11.2016

Perthes, V. (2015): Das Ende des Nahen Ostens, wie wir ihn kennen. Ein Essay. edition Suhrkamp: Berlin

Steinberg, G. (2015): Kalifat des Schreckens IS und die Bedrohung durch den islamistischen Terror. Knaur Taschenbuch: München

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