Ein Text von: Jacqueline Leucker, Martin Tarara, Colin Schneider, Sven Lämmerhirt…

Die Friedensdemonstrationen finden seit dem 17.03.2014 meist montags statt und werden daher auch als Montagsdemonstrationen oder Montagsmahnwachen bezeichnet. Mit dem Namen und Termin treten sie in die Fußstapfen der Friedensdemonstrationen von 1989/1990 in Berlin. Inhaltlich haben sie jedoch wenig gemein, denn es geht hier nun um die Verbreitung von gesellschaftlichen Ressentiments sowie diversen Verschwörungstheorien (genaueres könnt ihr im ersten Blog-Eintrag lesen).

Im Folgenden werden 3 der Hauptredner vorgestellt, welche vor allem in den Jahren 2014/2015 in die öffentliche Erscheinung getreten sind.

Lars Mährholz

Lars Mährholz, 1979 in Berlin geboren, ist gelernter Bürokaufmann, Journalist und Berufsfallschirmspringer.

Im März 2014 initiierte er die Mahnwachen für den Frieden.

Lars Mährholz versuchte stets seine Bewegung zu verteidigen, indem er dementierte, dass sie dem rechten Spektrum entspringe. Dies sei allerdings „Bullshit“. Die Verteidigungen seitens Mährholz sind schwer zu glauben angesichts der Tatsache, dass sich Rechtsextreme für die Veranstaltungen bewerben und auch daran teilnehmen. Beispielhaft für die Teilnahme von Rechtsextremisten an der Bewegung ist die des ehemaligen Landesvorsitzenden der NPD Sebastian Schmidtke, oder des stellvertretenden bayerischen NPD-Landesvorsitzenden Sigrid Schüßler. Dieser nehme an der Frankfurter Montags-Mahnwache teil, weil „dies hier zum ersten Mal, seit ich politisch denken kann, eine Friedensbewegung ist, die sich nicht abgrenzt. Das ist revolutionär.“

Unterstützung erhielt Mährholz auch durch die „Fake Anonymous“ Facebook-Seite Anonymous Kollektiv, welche mutmaßlich von Mario Rönsch betrieben wurde. Anonymous Kollektiv hetzte dabei gegen die USA, gegen Flüchtlinge, gegen die „Lügenpresse“, die „BRD GmbH“, sowie die aktuelle Regierung unter Angela Merkel. Mario Rönsch ist unter anderem auch mutmaßlicher Urheber der Seite migrantenschreck.ru, welche illegal scharfe Waffen verkauft. Herr Rönsch trat nie in eigener Person öffentlich auf, sondern immer nur anonymisiert durch das Internet, dennoch ist er auf einigen Mahnwachen anwesend gewesen. So zum Beispiel hier links im Bild hinter Ken Jebsen.

Jürgen Elsässer

Jürgen Rainer Elsässer, 1957 in Pforzheim geboren, ist ein deutscher Journalist, Publizist und politischer Aktivist.  In den Jahren um ca. 1975 bis 2008 war er Artikelautor, Redakteur, sowie Mitherausgeber unterschiedlicher linkseingestellter Printmedien, wie z.B. Jungle World oder Junge Welt. Mittlerweile ist er Chefredakteur des rechtspopulistischen Magazins Compact, für das unter anderem auch schon Thilo Sarrazin schrieb.

In den Jahren 2014 und 2015 trat er unter anderem bei den Mahnwachen, Legida, sowie Pegida auf. Bei den Mahnwachen vertrat er unter anderem die Position, dass 1% der Weltbevölkerung, darunter seien unter anderem die Rothschilds, welche sich nicht dem Glauben an Jahwe zugewandt hätten, sondern dem Glauben an den Mammon. Des Weiteren versuchte Elsässer immer wieder zu erläutern, dass der Gegensatz zwischen rechts und links nicht mehr aktuell sei, beides seien „alte Kategorien“, die heute keine Bedeutung mehr besäßen und die Anwesenden seien die „wahren Antifaschisten“.

Seine Verbindungen zu Mährholz und Jebsen, sowie seine Auftritte bei den Montagsmahnwachen veranlasste die Publizisten Jutta Dittfurth dazu ihn öffentlich als „glühenden Antisemiten“ zu bezeichnen, woraufhin Elsässer Klage einreichte.

Ken Jebsen

Ken Jebsen war bis 2011 als Fernseh- und Radiomoderator, zuletzt beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), tätig. Bei den Montagsdemonstrationen trat er vor allem als ein Hauptredner der Demonstrationen in Berlin am Brandenburger Tor auf.

Der Sender entließ ihn schließlich aufgrund von Verschwörungstheorien und den antisemitischen Inhalten einer Mail von Jebsen, die dem Blog „Die Achse des Guten“ weitergeleitet wurde. In dieser Mail soll er behauptet haben, dass er wisse, dass Edward Bernays „den Holocaust als PR erfunden“ und wie Propagandaminister Joseph Goebbels entsprechende Kampagnen umgesetzt habe.“ (Tagesspiegel)

Ken Jebsen lehnt die NATO deutlich ab und zeigt Tendenzen einer antiamerikanischen Haltung. Dies untermauerte er unter anderem auf einer Demonstration am Brandenburger Tor am 24.03.2014: „Die, die da in Washington sitzen, das sind doch nicht unsere Freunde“ (Youtube Rede)

 

Quellen

Ludwig, K.; Peter, E. 24.06.2014: Politische Ausrichtung der Montagsdemos. In: TAZ Online. (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: http://www.taz.de/!5039385/)

Peter, E., 22.04.2014: Rechte Montagsdemo in Berlin. Revisionistische Friedensengel. In: TAZ Online. (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: http://www.taz.de/!5043804/)

Sagatz, K., 2014: Antisemitismusvorwurf gegen Fritz-Moderator Ken Jebsen. In: Der Tagesspiegel. (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: http://www.tagesspiegel.de/medien/holocaust-pr-antisemitismusvorwurf-gegen-fritz-moderator-ken-jebsen/5809294.html)

Thurm, F., 22.04.2014: Die ganz eigene Welt der Montagsdemonstranten. In: Zeit Online. (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-04/montagsdemo-mahnwache-frieden-berlin)

Unbekannter Autor, 01.05.2014: Werbung auf Nazi Seiten für Montagsdemos! In: Blog „Bürgerinnen und Bürger gegen extreme Rechte. (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2014/05/01/offene-werbung-auf-nazi-seiten-fuer-montagsdemo/)

 

Wikipedia-Artikel:

Dittfurth / Elsässer Prozess: (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Els%C3%A4sser-Ditfurth-Prozess)

Jürgen Elsässer: (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Els%C3%A4sser)

Ken Jebsen: (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Jebsen)

Mahnwachen für den Frieden: (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Mahnwachen_f%C3%BCr_den_Frieden)

 

Videos:

Jürgen Elsässer auf der Montagsdemo (Berlin 21.04.2014): (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: https://youtu.be/YCkFIQCFIXE?t=13m50s)

KenFM am Set: Montagsdemo am Brandenburger Tor, 24.3.2014: (zuletzt aufgerufen am: 01.02.2017 unter: https://www.youtube.com/watch?v=dCnE8XezfXs)

Advertisements