Ein Text von: Mateo Hima, Oliver Schulz, Mehdi Eskandari

Aktuell werden die Zahlen der Flüchtlinge weltweit auf bis zu 300 Millionen geschätzt [1]. Wir stellen uns die Frage: „Ist die Welt aus den Fugen geraten?“ Um diese Frage zu beantworten, beschäftigen wir uns mit dem Neoliberalismus als Grund für Fluchtursachen. Die Ursachen der Fluchtbewegungen sind in den stärksten Industrieländern, wie z.B. in den Vereinigten Staaten oder Deutschland, beheimatet. Die Folgen dagegen betreffen insbesondere Länder der sogenannten „Dritten Welt“, wie z.B. Ghana oder Somalia [2].

Wir haben uns für 4 wesentliche Vorgänge des Neoliberalismus entschieden. Als erstes erläutern wir den Klimawandel als Wirkung der neoliberalen Politik, beispielsweise durch die Überproduktion der Automobilindustrie. Eine Überproduktion führt zu Vernachlässigung der Kontrollen. Dadurch ergeben sich erhöhte Emissionswerte, welche unter anderem den Klimawandel beeinflussen. Der Treibhauseffekt ist die Ursache von Erderwärmung, sowie Hitzewellen und das Auftreten von weiteren Klimaphänomenen. Die Industrienationen tragen den größten Anteil an der Umweltverschmutzung. Laut Klimaschutz-Index 2015 sind die Vereinigten Staaten und China insgesamt für 38% des jährlichen Kohlendioxidausstoßes verantwortlich.

Als zweites beschäftigen wir uns mit den militärischen Interventionen als Folge des Neoliberalismus. Ein aktuelles Beispiel ist der Ukraine-Konflikt. Die neoliberale Politik der wichtigsten NATO Mitglieder, wie z.B. Die USA oder Deutschland, verfolgen das Ziel einer militärischen Expansion in Osteuropa. Diese Erweiterungsversuche führen zu einer Destabilisierung der Beziehungen der EU zu Ländern wie Russland. Durch militärische Interventionen befinden sich viele Menschen auf der Flucht. Nach der letzten Auszählung von 2015 sind 65,3 Millionen Menschen, aufgrund von Krieg, Vertreibung oder politischer Verfolgung, auf der Flucht. Die aktuell meisten geflüchteten waren beheimatet in Syrien (4,9 Mio.), Afghanistan (2,7 Mio.) und Somalia (1,1 Mio.). Neun von Zehn Flüchtlingen (86%) leben in Entwicklungsländern. Die drei Top-Host-Staaten mit den meisten Flüchtlingen sind die Türkei (2,5 Mio.), Pakistan (1,6 Mio.) und der Libanon (1.1 Mio.) [3]. Eine der bekanntesten militärischen Interventionen ist der Irakkrieg. Es kostete 100.000 Menschen das Leben. Der Irak ist bis heute, nach wie vor, weit entfernt von einer politisch stabilen Lage. Die Vereinigten Staaten haben den Irak 2003, mit der Annahme der Irak sei in Besitz von Massenvernichtungswaffen, angegriffen. Die militärische Intervention im Irak wurde, ohne UN-Mandat, völkerrechtswidrig durchgeführt. Die Vereinigten Staaten versuchten vergeblich den Beweis für den Besitz von Massenvernichtungswaffen, seitens des Iraks, nachzuweisen [4].

Ein weiterer zunehmender Faktor der neoliberalen Politik ist die Entwicklungshilfe. Paradoxerweise sorgt Entwicklungshilfe nicht immer, wie der Name aussagt, für Hilfe, sondern zum Teil auch für wirtschaftliche Missstände. So ist beispielsweise ein Großteil der afrikanischen Staaten von importierten Waren aus der europäischen Union abhängig. Die Abhängigkeit ist derzeit so groß, dass europäische Exportunternehmen keine Subventionen mehr benötigen. 40% des europäischen Hühnerfleischs werden in afrikanische Länder exportiert. Dies gefährdet enorm die Existenzgrundlage der Kleinbauern [5].

Ein vierter und weiterer wesentlicher Aspekt für Neoliberalismus als Fluchtursache ist die Globalisierung. 2,8 Milliarden Menschen haben ein Einkommen von 2 Dollar am Tag. Rund 190 Millionen Menschen gelten als heimatlose „ArbeitsmigrantInnen“. In Europa sind sie auch als sogenannte „Wirtschaftsflüchtlinge“ bekannt. Ein konkretes Beispiel für Ungleichverteilung ist sogar der niedrige Dienstleistungserwerb in den Schwellenländern. So verdient beispielsweise eine Krankenschwester in den Philippinen 300 Dollar monatlich. Dabei reicht der Verdienst in den Philippinen nicht um die Lebenserhaltungskosten abzudecken. Im Vergleich dazu verdient eine Krankenschwester in Amerika 3.000 Dollar monatlich.

Zu Beginn unseres Blogeintrags stellten wir uns die Frage ob die Welt aus den Fugen geraten ist. Mit den bisherigen Analysen können wir die Frage nicht endgültig beantworten. In den weiteren Blogeinträgen versuchen wir dies, Anhand dargestellter Thematiken, genauer zu analysieren. Die folgenden Einträge werden die bereits erwähnten Vorgänge des Neoliberalismus, durch detaillierte Untersuchungen, behandeln.

 

[1] vgl. Gebauer, Thomas, 2015: Zerstörung der Lebensgrundlagen als Fluchtursachen. Redescript zum Vortrag von Thomas Gebauer (medico international), Herrenberg, S. 2.

[2] vgl. Solty, Ingar, 2015: Fluchtursache Kapitalismus. Online unter http://www.ossietzky.net/22-2015&textfile=3290 Stand: Mai 2015; letzter Zugriff 14.11.2016.

[3] vgl. UNHCR, 2016: Global Trends. Forced Deplacement in 2015. Online unter file:///Users/mehdieskandari/Downloads/global_trends_2015.pdf Stand: 20. 06. 2016; letzter Zugriff: 14.11.2016.

[4] vgl. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2016: Der Irak Krieg 2003. Online unter https://www.lpb-bw.de/irak_krieg.html Stand: 2016; letzter Zugriff: 14.11.2016.

[5] vgl. Gebauer, Thomas, 2015: Zerstörung der Lebensgrundlagen als Fluchtursachen. Redescript zum Vortrag von Thomas Gebauer (medico international), Herrenberg, S. 9.

 

Quellen- und Literaturverzeichnis

Gebauer, Thomas, 2015: Zerstörung der Lebensgrundlagen als Fluchtursachen. Redescript zum Vortrag von Thomas Gebauer (medico international), Herrenberg.

Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2016: Der Irak Krieg 2003. Online unter https://www.lpb-bw.de/irak_krieg.html Stand: 2016; letzter Zugriff: 14.11.2016.

Solty, Ingar, 2015: Fluchtursache Kapitalismus. Online unter http://www.ossietzky.net/22-2015&textfile=3290 Stand: Mai 2015; letzter Zugriff 14.11.2016.

UNHCR, 2016: Global Trends. Forced Deplacement in 2015. Online unter file:///Users/mehdieskandari/Downloads/global_trends_2015.pdf Stand: 20. 06. 2016; letzter Zugriff: 14.11.2016.

 

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