Ein Text von: Maximilian Brauer, Sandra Drozdowski, Dominik Rath, Miriam Winklhöfer…

Kritik an Global Governance:

Immer mehr Entscheidungsprozesse werden auf internationaler Ebene entschieden. Da durch entwickelt sich ein stets größer werdendes Demokratieproblem. Durch die Abgabe von Entscheidungskompetenzen an internationale Institutionen werden die demokratisch legitimierten Institutionen eines Nationalstaates unterhöhlt (vgl. Habermas 1998). Dieser Vorgang schwächt nicht nur die Souveränität der gewählten Regierung, sondern beschneidet auch die demokratische Selbstbestimmung der Gemeinschaft. Uneinheitliche Machtpotenziale erschaffen, durch die Globalisierung entstandene Interessenprobleme, ein Demokratieproblem. Nicht ausschließlich durch ein geregeltes Wahlverfahren wird Demokratie legitimiert, sondern auch durch ein effizientes Regieren.
Allerdings übernehmen internationale Institutionen immer mehr Herrschaftsfunktionen und unterliegen immer weniger demokratischen Kontrollen. Somit wird die Lücke zwischen den formalen Beteiligungsrechten der Gemeinschaft und den effektiven Einflusschancen immer größer, da demokratisch gewählte Parlamente keinerlei oder nur wenig Einfluss auf ausgehandelte Regelwerke haben.

2002 zeigte der Human Development Report enorme Demokratiedefizite im Gefüge der internationalen Organisationen auf und folgerte, dass das politische Ohnmachtsgefühl und Frustration in Entwicklungsländer anwachse. Durch dieses Machtgefälle entsteht somit ein weiteres Demokratieproblem (vgl. Messner und Nuschler 2003).
Kritiker des Global Governance-Konzepts meinen zu erkennen, dass sich die Anhänger dieses Konzeptes immer wieder in voluntaristische Zukunftsvisionen zu flüchten. Sie setzten zu viel auf eine Kooperationskultur, unterschätzten die Konkurrenzsituation, Deregulierungswettläufe und Handelskonflikte.
Das Konzept verschließe die Augen vor gewissen Machtfaktoren und Vorherrschaftsinteressen und bietet hinsichtlich der real existierenden Machtverhältnisse keine ausreichende Alternative zum bestehenden nationalstaatlichen Gefüge.

Chance auf mehr Demokratie:
Es gibt aber auch Stimmen, die Global Governance als Chance für mehr Demokratie halten. Globalisierung könne nicht nur die Marktwirtschaft, sondern auch Demokratie zu einem globalen Leitbild machen. Durch die Kommunikation über Internet und andere Telekommunikationssysteme kann die Botschaft von Freiheitsrechte und Menschenrechte nicht mehr von den Territorien einzelner Staaten, die diese Rechte nicht berücksichtigen, fern gehalten werden.
Als weiteres, würden Nationalstaaten sowie global agierende Unternehmen international rechenschaftspflichtig werden. Da die Weltöffentlichkeit über die Einhaltung von Menschenrechte etc. berichten würde und die globalen Akteure unter internationalen Druck setzten könne. (vgl. Messner, Nuschler, 2003)

Der Diskus:
Im allgemein wird das Global Governance-Konzept hauptsächlich in der nördlichen Hemisphäre diskutiert. In der südlichen Hemisphäre wird im Wesentlichen über die Frage der Integration nationaler Ökonomie innerhalb der Weltwirtschaft und Außenhandelsfragen diskutiert. Dies gewinnt an Bedeutung, wenn man sich die zentralen Weltprobleme des 21. Jahrhunderts zu Gemüte führt, die ohne eine engere Kooperation zwischen OECD- und Entwicklungsländer nicht zu lösen sind. Da das Konzept des Global Governance hauptsächlich aus Sicht der Industrieländer entwickelt wird und damit oftmals die individuellen Interessen und Probleme von Entwicklungsländern nicht ausrechnend Beachtung geschenkt.(vgl. Messner und Nuschler 2003)

Fazit:
Das Konzept des Global Governance ist eine Chance gewisse grenzüberschreitende Probleme zu lösen, jedoch werden offenbar, wie oben schon erwähnt, oftmals die real existierenden Macht- und Territorialverhältnisse nicht berücksichtigt. Nicht nur Industrieländer, nein auch Entwicklungsländer haben Territorium und Ressourcen, welche sie eventuell nicht mit der globalen Bevölkerung teilen wollen.
Allerdings sehen wir in Global Governance eine Idee die sich zu verfolgen lohnt. Da die großen Probleme nur in und mit der globalen Gemeinschaft zu lösen sind.
Dennoch sind die Abgaben von immer mehr Kompetenzen an internationale Institutionen und dem damit einhergehenden Transparenzverlust, als auch dem entsprechenden Verlust demokratischer Kontrolle Symptome des Global Governance, die es ebenso als gefährlich einzustufen gilt.

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