Ein Text von: Ayse Düman, Hanife Lekesiz, Kübra Gökpinar, Sühedanur Acikilinc…

Im folgenden Blogbeitrag befassen wir uns mit dem Thema „Genmanipulierte Lebensmittel“.

Auf dem Markt gibt es Produkte, die durch Gentechnik hergestellt werden, aber wie bewusst sind die Konsumenten davon? Da möchten wir die Schattenseite der Gentechnik hervorheben und welchen Einfluss der Neoliberalismus auf die Gentechnik hat, aufzeigen.

Laut Bundesregierung lehnen 80% der Deutschen genmanipulierte Lebensmittel ab.1

Was sind genmanipulierte Lebensmittel und welche Auswirkungen haben sie auf den Menschen?

Genmanipulierte Lebensmittel sind aus Pflanzen oder Tieren hergestellt, deren Gene im Labor von Wissenschaftlern verändert wurden. Alle lebenden Organismen haben Gene in ihrer DNS. Sie sind die chemischen Baupläne für die Erstellung und Erhaltung des Lebens. Durch das Modifizieren der Gene können Wissenschaftler die Merkmale eines Organismus verändern.

Weltweit sind schon etwa 70 Millionen Hektar Land mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln bepflanzt. Die deutschen Äcker jedoch sind noch fast frei davon, da die überwiegende Mehrheit der Bürger gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen.2

Gensoja und Genmais sind die ersten genmanipulierten Pflanzen in Europa, die seit Ende 1996 zur Verarbeitung in Lebensmitteln zugelassen wurden. Soja ist auch in vielen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Milch, Eier oder Fleisch enthalten. „Gentechnik landet mit Fleisch, Eiern oder Käse auf unseren Tellern, ohne dass wir es wissen“, sagte die WWF-Referentin Dr. Birgit Wilhelm.

Da stellt man sich die Frage, ob es keine Kennzeichnungspflicht der gentechnisch veränderten Lebensmittel gibt? Gesetzlich gesehen gibt es eine Kennzeichnungspflicht, aber nicht alle veränderten Produkte müssen gekennzeichnet werden. Diese sind Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Dazu zählen Produkte wie Milch, Eier, Fleisch, Joghurt und Käse. Das heißt, dass GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) als Futtermittel für Tiere in der EU uneingeschränkt erlaubt sind.

Die Kennzeichnungspflicht entfällt auch, wenn die GVO-Bestandteile weniger als 0,9 % der jeweiligen Zutat stellen und sich nachweisbar technisch nicht vermeiden lassen.3

Der WWF (World Wide Fund For Nature), welcher eine unabhängige Naturschutzorganisation ist, legt dar, dass über 80% aller Soja-Importe auf dem deutschen Markt Gentechnik enthalten. Da ist zu bemerken, dass „die meisten Rinder und Schweine in der Landwirtschaft in Deutschland mit importierter Gentechnik-Soja aus USA und Brasilien gefüttert werden“.4

Dabei ist noch anzumerken, dass gentechnisch veränderte Soja nicht in Europa angebaut, sondern nach Europa importiert werden.

Rechtlich gesehen wird für den Anbau von Gentechnik-Pflanzen eine Zulassung der EU benötigt. Das bedeutet, dass der Staat das Recht hat in die Landwirtschaft einzugreifen und somit der neoliberalen Politik widerspricht. Denn die neoliberale Politik beruht auf Freisetzung der Marktkräfte. Die neoliberale Politik umfasst die Länder, die zwischen den verschiedenen Ländern ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Dadurch können die Mitgliedsländer gegenüber den dritten Ländern ihre Handelspolitik frei bestimmen. In diesem Fall können sie aber nicht nach ihren eigenen Interessen handeln, sondern sind auf den Einverständnis der EU angewiesen.

Die Einführung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ist sehr umstritten.

Und zwar werden den gentechnisch veränderten Lebensmitteln sowohl positive als auch negative Effekte zugeschrieben. Einerseits trägt die Verwendung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zum Steigern der Ernteerträge bei, was das Ernähren der Weltbevölkerung vereinfacht. Verbessern die Nährstoffzusammenstellung von Feldfrüchten, sodass zum Beispiel der Eiweißinhalt des Reises gesteigert wird. Außerdem ist es für den Umweltschutz vom Vorteil, da die Verwendung von Pestiziden reduziert wird und Widerstand gegenüber Schädlingen geleistet wird. Weiterhin führt es zur Eliminierung Allergie auslösender Eigenschaften in einigen Lebensmitteln.5 Es gibt zahlreiche positive Seiten, die für die Verwendung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zustehen.

Andererseits gibt es aber auch Nachteile, die unserer Gesundheit schaden können.

Der größte Nachteil ist, dass das Gleichgewicht von dem Ökosystem zerstört wird. Einige Tiere können durch das Erweitern vom Ackerland ihren Lebensraum verlieren. Außerdem wird durch die giftigen Spritzmittel die biologische Vielfalt gefährdet, und zwar gibt es weniger Wildpflanzen und in der Folge weniger Insekten und Vögel in der Landwirtschaft.6

In gentechnisch veränderten Lebensmitteln können auch neue Toxine und Allergen entstehen, die wiederum unsere Gesundheit gefährden.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass es sowohl positive als auch negative Seiten der genmanipulierten Lebensmitteln gibt und sich somit keine klare Antwort auf eine Gefahr herausstellt. Die Frage, ob genmanipulierte Lebensmitteln eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen oder nicht, bleibt demzufolge offen.

 

Literaturverzeichnis

Die Bundesregierung (2014). Lebensmittel in Deutschland grundsätzlich gentechnikfrei. Zugriff am 16.01.2017 https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/06/2013-06-12-lebensmittel-in-d-weitgehend-gentechnikfrei.html

Fagan, John B. Genmanipulierte Nahrung. Eine ernste Bedrohung der Gesundheit. Zugriff am 16.01.2017 http://www.muenster.de/~gsrs/98/gene/gesund/mainnahr.htm

Fischer, Vera. Schule und Gentechnik. Gentechnik in Lebensmitteln. Zugriff am 17.01.2017 http://www.schule-und-gentechnik.de/fuer-schueler/wer-wie-was/mehr- wissen/lebensmittel/

Genfoods auf dem Tisch und die Folgen des Anbaus (2010). Zugriff am 15.01.2017 https://www.youtube.com/watch?v=x6QVdAG6qps

Gentechnisch veränderte Lebensmittel (2010). Zugriff am 15.01.2017 http://de.slideshare.net/guest3e4582/presentation-genfood-3412029

Novafeel. Deutsches Patent- und Markenamt. Genetisch veränderte Lebensmittel. Zugriff am 17.01.2017 http://www.novafeel.de/ernaehrung/gentechnisch-veraenderte-lebensmittel.htm

 

 

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