Ein Text von: Karina Schmidt, Vanessa Sinß, Jan-Lukas Gruhler, Sarah Engelhard…

Friedensbewegung – Man verbindet diesen Begriff  mit Friedensmärschen, Demonstrationen und Symbolen, die für Frieden stehen. Friedenszeichen sollen die Forderung und den Wunsch nach Frieden und Völkerverständigung ausdrücken. Neben der Friedenstaube von Pablo Picasso spielt vor allem ein Symbol in Bezug auf den Frieden und die Friedensbewegungen eine zentrale Rolle: das Peace-Zeichen. Ein Symbol, das für Frieden und Hoffnung steht. Doch woher kommt das Peace-Zeichen?

Das Peace-Symbol wurde 1958 vom britischen Künstler und Designer Gerald Holtom entwickelt. Er designte das Zeichen im Auftrag der Campaign for Nuclear Disarmament (CND). Das Peace-Zeichen ist eine Kombination aus den Buchstaben N und D des internationalen Winkeralphabets, so CND.  N wie Nuclear und D wie Disarmament. Das Winkeralphabet dient der optischen Nachrichtenübermittlung bei der Seefahrt. Solange man sich in Sichtweite befindet, ermöglicht dieses eine Verständigung außer Hörweite. Mit der Entwicklung des Sprechfunks verlor das Alphabet an Bedeutung und wird heute vor allem militärisch genutzt. Im Winkeralphabet werden beim N zwei Fahnen schräg nach unten ausgestreckt, beim D wird eine Fahne nach oben gehalten und eine zeigt nach unten. Der Kreis soll die Weltkugel symbolisieren.

Entworfen wurde das Zeichen für den ersten Ostermarsch der CND im Jahr 1958 ausgehend von London, zum Atomwaffenforschungszentrum in Aldermaston. Von diesem Marsch aus verbreitete sich das CND-Logo in die ganze Welt und da es nicht urheberrechtlich geschützt ist, muss niemand für die Verwendung des Zeichens zahlen. Weltweite Bekanntheit erreichte das Zeichen durch verschiedene Friedensbewegungen in den 60er Jahren, beispielsweise Ostermärschen, Anti-Atomwaffen- und Vietnamkriegs-Demonstrationen.

Hans J. Gießmann und Bernhard Rinke schreiben im „Handbuch für Frieden“ folgendes über Friedensbewegungen: „Das Thema der Friedensbewegung ist es, Krieg zu überwinden und Frieden zu ermöglichen. Beide Ziele sind zwei Seiten derselben Medaille, obwohl sie sich unterschiedlicher Strategien und Aktionsformen bedienen. Das erste Ziel sieht den Protest gegen Militär und Aufrüstung im Vordergrund. Das zweite Ziel ist darauf gerichtet, neue Formen der zivilen Konfliktbearbeitung zu entwickeln und durchzusetzen.“ (Gießmann und Rinke 2011, S. 114) Nach dem Vorbild der Friedensbewegung der CND-Ostermärsche bildete sich in Deutschland die Ostermarschbewegung gegen Atomwaffen heraus. In Norddeutschland wurde die erste Oster-Sternmarsch-Bewegung 1960 durch Pazifistische Gruppen veranstaltet. Zuerst war sie unter dem Namen „Ostermarsch der Atomwaffengegner gegen Atomwaffen in Ost und West“ bekannt, in den späten 60er Jahren nannte sie sich „Kampagne für Demokratie und Abrüstung“, was als sozialer Lernprozess gedeutet werden kann. Im Laufe der Jahre veränderte sich die Kampagne zu einer anti-militaristischen und pazifistischen Bewegung. Friedensmärsche erwiesen sich als wichtiger Teil globaler Proteste. Kampagnen gegen den Vietnam-Krieg trugen maßgeblich zum Rückzug der USA aus dem Vietnam-Krieg bei. Da die Herstellung und Sicherung von Frieden nach Außen und Innen seit jeher ein Menschheitsanliegen sei (vgl. Gießmann und Rinke 2011, S. 113), wurden weite Teile der Bevölkerung durch Friedensbewegungen ermutigt, öffentlich für ihre friedenspolitische Haltung einzustehen. Vermutlich hat die „Kampagne für Demokratie und Abrüstung“ sowohl zur Gründung für die „Deutsche Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung“ als auch zur Etablierung von Friedensforschungsinstituten in der BRD beigetragen.

Friedensbewegungen haben die Fähigkeit friedliche Lösungen von Konflikten aufzuzeigen. Auch wenn diese Alternativen in der Regel von den Regierungen ignoriert werden haben sie der Bevölkerung vorgeführt, dass militärgestützte Politik nicht notwendig sein muss und es friedliche Alternativen der Konfliktlösung gibt. (vgl. Gießmann und Rinke 2011, S. 122)

 

 

Quellen:

http://www.cnduk.org/about/history

http://www.cnduk.org/about/item/435

http://ddi.uni-wuppertal.de/material/spioncamp/dl/codierung-winker-station.pdf

http://archiv.friedenskooperative.de/ff/ff05/6-67.htm

Gießmann, Hans J.; Rinke, Bernhard (2011): Handbuch Frieden. 1. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH Wiesbaden. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-531-92846-3

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