Texte von: Kathrin Godehardt, Cornelia Kreß, Hanna Mause, Tabea Schlatter

Global Governance

Im Zuge der Globalisierung wird die Politik vor immer neue internationale Herausforderungen gestellt, welche gemeinsam gelöst werden müssen. Global Governance ist ein kontinuierlicher Prozess und kann als eine „Ordnungs- oder Weltinnenpolitik“ (vgl. Messner/Nuschler) verstanden werden. Die „Vision“ des Global Governance ist weltweite Gerechtigkeit, Friede und Nachhaltigkeit – sowohl auf wirtschaftlicher und politischer als auch sozialer Ebene.

Sie beschreibt eine lösungsorientierte Politik, die unter anderem als Schnittstelle von öffentlichen und privaten Organisationen fungiert. Zivilpersonen, private und öffentliche Institutionen (UN, Weltbank, WTF, IWF, internationale Nichtregierungsorganisationen, Akteure des Menschenrechtregimes, Umweltschutzbewegung usw.) arbeiten eng zusammen und versuchen Lösungswege für auftretende  Probleme wie zum Beispiel Finanzkrisen, Hungersnöte und Umweltzerstörung zu entwickeln. Ziel des Global Governance ist eine transparente Politik, die ohne eine „Weltherrschaft“ eine „Weltordnung“ schafft. Global Governance tritt in den verschiedensten Formen auf, zum Beispiel durch völkerrechtliche Verträge oder informelle Abstimmungen, aber auch ein loser Gedankenaustausch wird dazu gezählt. Aufgrund der Vielfältigkeit der Akteure kann es immer wieder zu Interessenskonflikten kommen, die es zu lösen gilt.

Das Konzept Global Governance – Stand und Perspektiven, Messner/Nuscheler INEF-Report http://inef.uni-due.de/page/documents/Report67.pdf

https://www.wzb.eu/de/forschung/internationale-politik-und-recht/global-governance

http://www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/teamglobal/67464/definition

Hoffnungsloser Fall, Berliner Illustrierte 25/1935  (Zu sehen sind ein schnauzbärtiger Mann und ein kleiner Junge, die aus Vergnügen auf der Wegbegrenzung einer öffentlichen Anlage balancieren. Ein anderer Herr weist sie zurecht, davon abzulassen. Nachdem er sich entfernt hat, laufen die beiden traurig auf der Wegbegrenzung balancierend weiter.)
Hoffnungsloser Fall, Berliner Illustrierte 25/1935
(Zu sehen sind ein schnauzbärtiger Mann und ein kleiner Junge, die aus Vergnügen auf der Wegbegrenzung einer öffentlichen Anlage balancieren. Ein anderer Herr weist sie zurecht, davon abzulassen. Nachdem er sich entfernt hat, laufen die beiden traurig auf der Wegbegrenzung balancierend weiter.)

Geopolitik

Worin sich Paul Reuber, Autor des Lehrbuchs „Politische Geographie“ (2012, Paderborn) und Jan Helmig, Autor des Artikels „Geopolitik – Annäherung an ein schwieriges Konzept“ ((http://www.bpb.de/apuz/30477/geopolitik-annaeherung-an-ein-schwieriges-konzept?p=all, letzter Aufruf: 15.11.16, 14:00 Uhr), einig zu sein scheinen, ist, dass es keine einheitliche Definition von Geopolitik gibt, sondern dass wir es mit einem „vieldeutigen Konzept“ (Reuber) zu tun haben.

Spricht Reuber von einem „unscharfen Forschungsfeld“ (S. 22), so konkretisiert Helmig, dass geopolitische Argumentationen in der Politik eine wichtige Rolle spielen. Diese meist klassischen Konzepte werden inzwischen von einem alternativen Verständnis räumlicher Abgrenzungsprozesse abgelöst und selbst als machtpolitisches Mittel verstanden.

Reuber wiederum spezifiziert, dass Geopolitik „sich um ständig verschiebende und neu konfigurierende Aushandlungsprozesse um raumbezogene Ressourcen, Identitäten und Praktiken“ (S. 19) dreht, welche es mit einer kritischen Forschung zu begleiten gilt.

 Schach dem Vater, Berliner Illustrierte 28/1935 (Zu sehen sind der schnauzbärtige Herr und zur Linken der kleine Junge an einem Schachtisch. Während der Ältere zuerst noch zufrieden mit seinem Schachspiel ist, schafft es der Junge nach und nach den Spielverlauf für sich zu entscheiden. Daraufhin bestraft der schlechte Verlierer den jungen Gewinner.)
Schach dem Vater, Berliner Illustrierte 28/1935
(Zu sehen sind der schnauzbärtige Herr und zur Linken der kleine Junge an einem Schachtisch. Während der Ältere zuerst noch zufrieden mit seinem Schachspiel ist, schafft es der Junge nach und nach den Spielverlauf für sich zu entscheiden. Daraufhin bestraft der schlechte Verlierer den jungen Gewinner.)

Ressourcenkonflikte

Als Ressourcenkonflikt werden Auseinandersetzungen politischer wie militärischer Natur, deren Konfliktgegenstand die Verteilung von natürlichen und insbesondere endlichen Ressourcen ist bezeichnet. Dieser verschärft sich im 21. Jahrhundert in besonderem Maße.

Es treten neue Akteure wie die BRICS-Staaten auf den Weltmarkt und konkurrieren mit den etablierten Industriestaaten um die knappen Güter. Deren Endlichkeit, insbesondere bei der Ölförderung, wird immer absehbarer und verschärft den Lauf um die letzten Reserven. Der Konflikt beruht ebenso auf der beidseitigen Abhängigkeit: Die Industriestaaten als ressourcenarme Gegenden sind vom Zugang zu den Ressourcen der peripheren Staaten (Entwicklungsländern) abhängig und gleichzeitig ist die wirtschaftliche Konzentration der Länder des Südens auf ihre Ressource schwierig, weil sie dies zusätzlich zur oktroyierten Abhängigkeit des Nordens von internationalen Preisschwankungen abhängig macht. Die Rivalität zwischen den Industrie- und Schwellenländern bzw. den peripheren Ländern und die verschiedensten um die Ressourceneinnahmen rivalisierenden Gruppen innerhalb eines peripheren Landes generieren letzten Endes die Ressourcenkonflikte.

 

http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/54819/glossar?p=79

http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/76755/ressourcenkonflikte

Sachs, W. (2008): Öl ins Feuer. Ressourcenkonflikte als Treibstoff für globalen Unfrieden. In: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg.). Von kalten Energiestrategien zu heißen Rohstoffkriegen? Schachspiel der Weltmächte zwischen Präventivkrieg und zukunftsfähiger Rohstoffpolitik im Zeitalter des globalen Treibhauses, Berlin: LIT, S. 31-43.

  Der letzte Apfel, Berliner Illustrierte 46/1935  (Zu sehen sind der Mann und der Junge, die versuchen, einen letzten Apfel von einem sonst schon kahlen Baum durch das Werfen mit Gegenständen herunterzuholen. Sie geben auf und im Weggehen fällt hinter ihnen der Apfel unbemerkt hinunter.)
Der letzte Apfel, Berliner Illustrierte 46/1935
(Zu sehen sind der Mann und der Junge, die versuchen, einen letzten Apfel von einem sonst schon kahlen Baum durch das Werfen mit Gegenständen herunterzuholen. Sie geben auf und im Weggehen fällt hinter ihnen der Apfel unbemerkt hinunter.)

Neoliberalismus

Neoliberalismus bedeutet „die Freisetzung der Marktkräfte“ nach den Leitlinien Effizienz und internationaler Wettbewerbsfähigkeit (Görg 2004: 96). Die dafür verantwortlichen Institutionen an sich sind ebenfalls neoliberal geprägt. In Bezug auf diesen Aspekt geht Görg davon aus, dass der Neoliberalismus „postfordistische Naturverhältnisse“ transformiert (ebd., S. 97).

Was heißt das? Fordismus ist ein Begriff zur Erklärung des Wandels von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft seit den 20er Jahren. Vier Merkmale sind für den Fordismus ausschlaggebend: die standardisierte Massenproduktion, die Steigerung der Massenkaufkraft, der Aufbau des Sozialstaates und die steigenden Ansprüche an die individuelle Lebensführung. Postfordismus definiert die Zeit nach dem Fordismus. Hier liegen die Ursachen u.a. in Ressourcenkrisen wie der Ölkrisen in 1973 und 1978 (vgl. Schimank 2012).

Anhand dieses Beispiels ist ersichtlich, dass der Fordismus mit der ökologischen Krise eng verbunden war. Der postfordistische Kapitalismus orientiert sich an den Leitlinien Effizienz und internationaler Wettbewerbsfähigkeit, woran man die neoliberale Einbettung des Postfordismus erkennen kann. Internationale Wettbewerbsfähigkeit bestimmt den Umgang mit der Natur als Ressource. Obwohl internationale Kriseninterventionen zur Bekämpfung ökologischer Krisen gefragt sind, wird sich  durch den Imperativ der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auch auf nationale Interessengruppen berufen, welche durchaus andere Positionen einnehmen können als internationale (vgl. Görg 2004: 97f).

 

Görg, Christoph (2004). Ökologischer Imperialismus. Ressourcenkonflikte und ökologische Abhängigkeiten in der neoliberalen Globalisierung. In: Widerspruch, 24(47/04). S. 95-107

Schimank, Uwe, 2012: Vom „fordistischen“ zum „postfordistischen“ Kapitalismus. Eigesehen am 11.11.2016 um 18:17 von http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/137994/vom-fordistischen-zum-postfordistischen-kapitalismus?p=all.

(Zu sehen sind der Mann und der Junge, die am Ufer von einem Seemann einen kleinen Fisch bekommen. Zuhause entwächst der kleine Fisch sowohl dem Goldfischglas als auch der Badewanne. Er braucht immer mehr Nahrung. Als sie hastig mit einer großen Schubkarre voll Fisch nach Hause kommen, ist der Fisch bereits ein Wal größer als das Haus.)
(Zu sehen sind der Mann und der Junge, die am Ufer von einem Seemann einen kleinen Fisch bekommen. Zuhause entwächst der kleine Fisch sowohl dem Goldfischglas als auch der Badewanne. Er braucht immer mehr Nahrung. Als sie hastig mit einer großen Schubkarre voll Fisch nach Hause kommen, ist der Fisch bereits ein Wal größer als das Haus.)
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